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Mensch! Dieser Martin!

Vorige Tage stand in unserer Tageszeitung eine ganze Seite voller Termine von St. Martins-Umzügen in Mönchengladbach. Kinder, die mit Laternen durch die abendlichen Straßen ziehen und dabei auch das Martinslied singen. Dazu hat vermutlich auch jede*r eigene Kindheitserfahrungen, oder?!! (Wie sind deine?)

Als Kinder haben wir selbst immer nur die ersten vier Strophen gesungen. Dabei gibt es noch mehr, denn die ganze Heiligenlegende von Martin ist im Lied erfasst. Sein Mantel-Teilen -und das bleibt richtig und wichtig- ist der Anfang einer Berufungsgeschichte. Hier die weiteren Strophen:

  1. Sankt Martin, Sankt, Martin, Sankt Martin legt sich müd’ zur Ruh’, da tritt im Traum der Herr dazu. Er trägt des Mantels Stück als Kleid, sein Antlitz strahlet Lieblichkeit.
  2. Sankt Martin, Sankt, Martin, Sankt Martin sieht ihn staunend an, der Herr zeigt ihm die Wege an. Er führt in seine Kirch’ ihn ein und Martin will sein Jünger sein.
  3. Sankt Martin, Sankt, Martin, Sankt Martin wurde Priester gar und diente fromm an dem Altar, das ziert ihn wohl bis an das Grab, zuletzt trug er den Bischofsstab.
  4. Sankt Martin, Sankt, Martin, Sankt Martin, o du Gottesmann, nun höre unser Flehen an, O bitt für uns in dieser Zeit und führe uns zur Seligkeit.

Wir -nicht allein die Kinder- sollen also mehr als das Teilen lernen vom Hl. Martin. Indem Martin dem notleidenden Bettler nicht nur hilft, sondern sogar das Leben rettet, findet er zu Gott. Er wird dadurch nicht nur zu einem guten Menschen, sondern er wird Christ.

Und so kommt zur Nächstenliebe (durch Christ*innen) untrennbar auch die Liebe zu Gott ins Spiel.

So kommt zur Gemeinschaft (mit Christ*innen) eindeutig auch die Gemeinschaft zu Gott, die -so glaube ich- nicht immer automatisch erkennbar ist, sondern auch ausdrücklich benannt sein will. Wenn das zum Beispiel unsere Gottesdienste hören UND spüren lassen, sind sie gut.

Wenn wir Christ*innen also teilen, solidarisch sind, Gemeinschaft schaffen und pflegen und die Menschen „schlicht lieben“, macht uns das nicht zu besseren Menschen, denn teilen und lieben können auch andere gewiss genauso gut wie wir. Aber wenn wir es auf Gott beziehen, der für uns -wie auch immer- da und relevant ist, macht uns genau das zu Christ*innen. Das glaub’ ich.

Treu Kolping!

(Geistl. Leiter der Kolpingjugend und des Kolpingwerkes im Diözesanverband Aachen)