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KOLPING: MENSCHLICHER LEBEN, ARBEITEN und GLAUBEN

Künstliche Intelligenz kann heute Texte schreiben, Bilder erzeugen und Entscheidungen vorbereiten,… . Aber eine Sache kann sie nicht: Verantwortung übernehmen.

Viele Menschen erleben derzeit einen tiefgreifenden Wandel der Arbeitswelt. Fast so wie die industrielle Revolution im 19. Jahrhundert als unser Verband gegründet wurde. KI-Programme formulieren Berichte, analysieren Daten und beantworten Fragen in Sekunden. Was gestern noch menschliche Kernkompetenz war, erledigt heute ein Algorithmus.

Wird der Mensch überflüssig?

Die katholische Soziallehre antwortet mit einem klaren Nein. Keine Überraschung!

Papst Johannes Paul II. formulierte 1981 in der Sozialenzyklika „Laborem exercens“ einen grundlegenden Satz: Nicht der Mensch ist für die Arbeit da, sondern die Arbeit für den Menschen. Der Wert der Arbeit entsteht nicht durch ihre Effizienz, sondern durch die Person, die sie verrichtet.

Die biblische Überlieferung beginnt -also ganz weit vorne in der Bibel- mit dem Auftrag für den Menschen, die Erde zu bebauen und zu bewahren. Arbeit bedeutet deshalb mehr als produzieren. Wer arbeitet, die oder der gestaltet, trägt Verantwortung und eröffnet so die Perspektive für die Zukunft. Zum Wohle aller Menschen.

Eine KI kann einen Text schreiben. Aber sie nimmt niemanden in den Arm, der trauert und/oder geliebt wird. Sie kann Informationen offenbar perfekt auswerten, aber keine Gewissensentscheidung treffen. Sie kann Muster erkennen, aber die KI liebt mich nicht, auch wenn sie sich so anhört bzw. ausdrückt.

Menschlicher arbeiten heißt deshalb nicht, neue Technologien fürchten zu müssen. Es heißt, sie so einzusetzen, dass die Würde des Menschen gestärkt wird.

Die entscheidende Frage lautet nicht: Was kann die KI? Sondern immer und immer wieder: Was braucht der Mensch?

Treu Kolping

(Geistl. Leiter der Kolpingjugend und des Kolpingwerkes im Diözesanverband Aachen)