Du betrachtest gerade „Die Vergangenheit soll uns eine Lehrerin sein, die Gegenwart eine Schülerin und die Zukunft eine Braut, um die man werben muss.“ (Adolph Kolping)

„Die Vergangenheit soll uns eine Lehrerin sein, die Gegenwart eine Schülerin und die Zukunft eine Braut, um die man werben muss.“ (Adolph Kolping)

Oft beschäftigt uns Erlebtes gedanklich nach – sei es ein Konflikt oder ein überraschend schöner Moment. Wir spüren ein Bauchgefühl und müssen etwas „klar bekommen“. Fachlich bezeichnet man das als Reflexion: Das Geschehene erhält eine Bedeutung, die erst noch erkannt werden muss. Dabei kann der Rückblick oder die Sicht anderer entscheidend sein.

Dies gilt für die Familie ebenso wie für den Beruf. Reflexion ist keine Angelegenheit von Profis oder ein bloßes „Methödchen“, sondern eine zutiefst menschliche Fähigkeit. In der Jugendarbeit und im Kolping-Kontext ist sie eine zentrale Lernmethode, um aus dem Erlebten zu verstehen und zu lernen. Ja, ich habe sogar jemanden bei Kolping schon sagen hören: „War nicht einfach, aber ich habe Reflexion echt schätzen gelernt.“

In der Emmaus-Geschichte wird Reflexion zum entscheidenden Wendepunkt: Jesus gesellt sich zu den enttäuschten Jüngern, lässt sich ihre Geschichte erzählen und bietet durch Fragen eine neue Deutung an. Das ändert zwar nicht ihr Leid, aber ihr neues Verständnis macht sie zu veränderten Menschen.

Reflexion braucht Worte, um das Erfahrene zu erfassen.
Bleiben wir daher im Gespräch – erst recht, wenn alles schon gelaufen scheint!

Treu Kolping