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Einsatz der Notfallseelsorger

In den frühen Morgenstunden wurde ich zur Betreuung einiger Menschen gerufen. Sie hatten nach einer Party einen ihrer Freunde im Treppenhaus erhängt vorgefunden. Der Rettungsdienst konnte nichts mehr für den jungen Mann tun.
Er ist nur 33 Jahre alt geworden.

Die Freunde waren geschockt und verzweifelt – eine völlig normale Reaktion auf ein unnormales Ereignis. Sie waren aufgeregt, wütend, traurig oder einfach nur stumm. Meine Aufgabe war es, ihnen wieder den Boden unter den Füßen zu bereiten, den sie gerade verloren hatten. Ich musste beruhigen, trösten oder einfach nur zuhören.

Aber sie hatten Glück: Sie hatten sich gegenseitig, sie stützten sich und nach einigen Stunden wurde sogar wieder in die Zukunft geblickt.
So wie „meinen Menschen“ muss es wohl auch den Freunden Jesu Ostern ergangen sein. Der Freund tot am Kreuz hängend. Verzweiflung, Wut, Trauer und Angst vor der Zukunft. Auch Jesu Freunde hatten sich gegenseitig und zusätzlich das österliche Versprechen, dass alles gut wird. Die Osterbotschaft bedeutet, dass das Leben, die Liebe und die Hoffnung stärker sind als Leid und Tod. Und diese Botschaft gilt auch heute noch – man muss sich nur daran erinnern.

Birgit Stenmans
KF Oedt