Impuls zum Tag

Christi Himmelfahrt und der Welttag der kulturellen Vielfalt

> Nicht wenige Menschen, die der christlichen Tradition nicht verbunden sind, fragen sich: Was soll dieser Feiertag, der auf einer Religion beruht, der kaum mehr als 50% der Bevölkerung angehören und der nur von sehr wenigen Menschen im ursprünglichen Sinn (auch in der Liturgie) begangen wird.

> Nicht wenige Christ*innen fragen sich: Was soll das mit dem Vatertag. Ein Tag für Männer (viele sind noch nicht einmal Väter), die an diesem Tag das machen, was sie eigentlich immer gerne machen: in Rudeln grölen und trinken. An diesem Tag traut sich kaum jemand, dieses Verhalten in Frage zu stellen.

> Nicht wenige Menschen freuen sich auf diesen Tag, weil er als Start in ein verlängertes Wochenende gelten kann, wenn es gelingt, den Freitag als Brückentag zu gewinnen. Doch in diesem Jahr stellt sich für viele von uns die Situation anders dar. Kurzurlaub ist noch nicht wirklich praktikabel.

> Nicht viele Menschen wissen: In diesem Jahr begehen wir auch den Welttag der kulturellen Vielfalt für Dialog und Entwicklung. Er ist ein Aktionstag der UNESCO, der jährlich am 21.Mai begangen wird. Er wird kurz auch Welttag der kulturellen Vielfaltgenannt.

Vielleicht kann uns das Zusammenfallen von Christi Himmelfahrt und Welttag der kulturellen Vielfalt in diesem „Corona“ Jahr helfen, diesen Tag bewusster zu erleben. Weniger Gedankenlosigkeit und dafür ein stärkeres Bewusstsein für die positive Vielfalt der Kulturen und der Einen Welt.

Und für uns Christen bleibt der wichtige Satz Jesu: „Ich bin mit euch alle Tage bis zum Ende der Welt.

Dietmar Prielipp, Geistlicher Leiter

Hinweise

  • Ein Filmabend gefällig?
    Unter https://me2be.de/filme-in-denen-kulturelle-vielfalt-eine-rolle-spielt/ sind einige Filme zu finden, die sich mit dem Thema verschiedener Kulturen beschäftigen.
  • Zeit für einen kurzen bemerkenswerten Text?
    Mrs. Audrey Azoulay, Generaldirektorin der UNESCO, hat ihn 2019 zum Welttag der kulturel­len Vielfalt geschrieben. „Eine vielfältige Welt ist nicht nur friedlicher, sondern auch wohlha­bender und gerechter.“ Der ganze Text …

„Eine vielfältige Welt ist nicht nur friedlicher, sondern auch wohlhabender und gerechter. Der heutige Tag ist für uns alle eine Gelegenheit, die kulturelle Vielfalt zu feiern, die wir bei der UNESCO im Rahmen des Übereinkommens von 2005 zum Schutz und zur Förderung der Vielfalt kultureller Ausdrucksformen schätzen und fördern wollen. Die Vielfalt nimmt viele Formen an, aber die Sprache ist vielleicht eine der ersten, der wir als soziale Wesen begegnen. Sprache definiert unsere innere Welt ebenso wie die Art und Weise, wie wir in der Außenwelt kommunizieren. Sie verbindet uns mit unseren Wurzeln, unserer Kultur und Geschichte, aber auch mit unseren Gemeinschaften und unseren Familien. Das Jahr 2019 wurde von der Generalversammlung der Vereinten Nationen zum Internationalen Jahr der indigenen Sprachen erklärt, einer Initiative, um das Bewusstsein für die Bedeutung der sprachlichen Vielfalt zu schärfen. Weltweit werden über 7.000 Sprachen gesprochen, von denen die meisten von indigenen Menschen gesprochen werden. Jede Sprache ist ein Schatz an Wissen und Gedächtnis, eine einzigartige Sichtweise und eine Ressource angesichts globaler Herausforderungen. Denn wie können wir hoffen, die Probleme des Klimawandels, der Bildung für alle zu lösen oder den Gemeinschaften zu helfen, sich von Konfliktphasen zu erholen, ohne das die Welt an all ihrer Vielfalt partizipiert? Aufgrund der Vielzahl ihrer Stimmen wird angenommen, dass kulturelle Vielfalt eine der ursprünglichen erneuerbaren Ressourcen der Menschheit ist, da sie eine ständige Quelle für Innovation und Kreativität darstellt. In der Erklärung von Johannesburg aus dem Jahr 2002 heißt es: „Unsere reiche Vielfalt … ist unsere kollektive Stärke“. Im Herzen eines reichen immateriellen Erbes ist Vielfalt eine Ressource für Entwicklung, aber auch für Dialog, Versöhnung und Widerstandsfähigkeit. In diesen herausfordernden Zeiten muss man sich für den Wert und die Kraft der kulturellen Vielfalt einsetzen.

Am 21. Mai, dem Welttag für kulturelle Vielfalt, für Dialog und Entwicklung, ermutigt die UNESCO Menschen auf der ganzen Welt, gemeinsam mit uns kulturelle Vielfalt zu feiern und sich für Möglichkeiten zum Schutz und zur Förderung dieser Vielfalt in ihren eigenen Gemeinschaften einzusetzen. Auf diese Weise wird alles eingeschlossen und niemand wird zurückgelassen.“

Botschaft von Frau Audrey Azoulay, Generaldirektorin der UNESCO, anlässlich des Welttags für kulturelle Vielfalt für Dialog und Entwicklung am 21. Mai 2019