Impuls zur Woche: Geschenkte Zeit

Einmal hat mir mein Arbeitgeber einen ganzen Tag geschenkt: Die Sparkasse Krefeld feierte ihr 175-jähriges Jubiläum und aus diesem Anlass bekam jeder Mitarbeiter einen Tag Urlaub zusätzlich.

„Wunderbar“, dachte ich, „die Kinder sind so oft krank, dann kann ich den Tag gut einmal einsetzen. Oder für den Frühjahrsputz in der Wohnung. Oder nach dem Sommerurlaub, um die ganze Wäsche zu waschen.“

„Alles Quatsch!“, meinte mein Mann: „Wenn die Sparkasse euch allen diesen Tag schenkt, dann verbring‘ ihn doch auch mit deinen Kollegen!“ Gesagt, getan. Drei liebe Kolleginnen waren tatsächlich schnell von dieser Idee überzeugt. Früher haben wir eng zusammengearbeitet, uns auch mal privat zu Geburtstagen getroffen. In den letzten Jahren war der Kontakt immer spärlicher geworden.

Nun also die Neuauflage. Der Tag begann mit einem Frühstück bei einer Kollegin, dann fuhren wir nach Maastricht, schauten uns die Stadt an, bummelten durch die Geschäfte und gingen schick essen – ein rundum gelungener Tag. Als wir uns abends voneinander verabschiedeten, waren wir uns einig: „Das müssen wir einmal wieder machen!“. Das war im September 2015 und die Wiederholung steht noch aus.

Geschenkte Zeit: Ich danke meinem Arbeitgeber für diesen geschenkten Tag! Und ich bin froh, dass dieses Geschenk bei mir nicht im allgemeinen Trott untergegangen ist, sondern dass wir vier etwas Besonderes daraus gemacht haben.

Karin Witte

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Dieser Text stammt aus den „Impulsen in den geprägten Zeiten“ aus dem Frühjahr 2017. Es kann im Menü Service/Publikationen heruntergeladen werden.

Nimm den Text als Anregung, wirklich einmal Zeit zu verschenken. Ruf jemanden an und verabrede dich mit ihm oder ihr und beginne das Gespräch mit: „Du, ich habe da einen Text gelesen, und da habe ich an dich gedacht!“