Die Kolpingsfamilie Mönchengladbach lud am 18. März im Rahmen ihrer Veranstaltungsreihe „Ansichten und Aussichten“ ins Theaterbistro an der Odenkirchener Straße ein, um mit Generalintendant Michael Grosse und dem Leiter für Kommunikation und Marketing Philipp Peters ins Gespräch zu kommen. Brigitte Vieten begrüßte die Gäste im ältesten Fusionstheater Deutschlands! 1950 wurde die Theaterehe zwischen Krefeld und Mönchengladbach geschlossen – im vergangenen Jahr konnte die „Kronjuwelen-Hochzeit“ gefeiert werden.
Die Anfänge lagen etwas weiter zurück. Die Theatergeschichte Mönchengladbachs begann am 11. Dezember 1862 mit einem Gastspiel des Krefelder Theaters im Noever’schen Saal. Der befand sich auf der heutigen Wallstraße. Dort fanden vor allem die Proben und Aufführungen des damaligen Münsterchores statt. Wer es sich leisten konnte, musste einen halben Silbertaler für eine Karte bezahlen. Das war der halbe Tageslohn eines Webers.
Brigitte Vieten übergab nach diesen einleitenden Informationen das Wort an Michael Grosse, der anschaulich die Bedingungen und Abläufe zur Entstehung eines Spielplans erläuterte. „Es versetzt einen schon ins Staunen, dass 13 Schauspielerinnen und Schauspieler die Stücke des Spielplans bestreiten. Was für eine Gedächtnisleistung, die Texte für mehrere Rollen abzurufen!“, meinte eine Zuhörerin.
Zur Frage „kommt schwerpunktmäßig das Personal aus den eigenen Reihen“ erfuhren die Besucher, dass über 500 Menschen in vielfältigen Bereichen an diesem Theater arbeiten. Man sei bestrebt, das Ensemble zu halten und auch wachsen zu lassen. Für freie Stellen arbeiten Agenturen zu.
Michael Grosse ging dann auf die Frage ein „Geht es der Kunst und der Kultur gut“? „Das ist immer eine Ansichtssache, es geht ihr natürlich nur gut, wenn sie arbeiten und sich entwickeln kann.“ Die Partnerschaft der beiden Städte Krefeld und Mönchengladbach ermöglicht, dass man in Krisen einander beisteht.
Philipp Peters gab Einblicke aus dem Marketing-Bereich zum Wandel an den Theatern. Über die Schulleitungen, Theaterpädagogen oder Jugendclubs gab es die Möglichkeit, junge Leute zu erreichen. Heute muss aber auch über neue, das heutige Publikum ansprechende Formen der Ansprache und Werbung nachgedacht werden.
Im Anschluss an den Themenaustausch konnten die Gäste mit Silke Wirtz einen Blick in den Fundus des Theaters werfen. Diese Sammlung von Gegenständen war immer ein wichtiger Eckstein für die Realisierung der Aufführungen. Die Kostüme werden für die Inszenierungen wie Schauspiel, Musiktheater, Oper oder Ballett sortiert. Wichtig auch die Markierungen der Textilien, z. B. für welchen Künstler das Kostüm vorgesehen ist. Wesentlich auch die Reinigung und sachgerechte Lagerung der Stücke nach den Aufführungen. Dabei wurde den Gästen ein kleiner Tipp für empfindliche Stücke mitgegeben: „Mit Wodka lässt sich so mancher Fleck und Geruch beseitigen!“, sagte unsere Gastgeberin Silke Wirtz.
Circa alle zwei Jahre wechseln die Kostüme, so dass gelegentlich ein Fundusverkauf stattfindt, der viele Interessente anlockt.




