Ostermontag

„Am gleichen Tag waren zwei von den Jüngern auf dem Weg in ein Dorf namens Emmaus“. Lk 24,13

Ich liebe diese Geschichte. Zwei Menschen verstehen die Welt nicht mehr und halten Jesus für einen Unwissenden, der nichts gehört hat. Sie erzählen, während sie wandern, und sie hören gut zu. Beim gemeinsamen Mahl schließlich gehen ihnen die Augen auf.

Ich kenne diese Situation sehr genau. Ich bin blockiert und irgendwie verrannt, sei es bei der Arbeit oder in einem Konflikt. Oft habe ich die Erfahrung gemacht, dass es mir hilft, mich mit anderen auf den Weg zu machen und mich zu bewegen. Durch das Gehen lösen sich Blockaden und das Reden verändert meinen Blick. Bei mir kommt etwas in Bewegung. Ich sehe Dinge neu. So manche Aggression löst sich auf. Emmaus ist eben überall und jederzeit.

Nun kann ich leider zurzeit die Erfahrung des gemeinsamen auf dem Weg-Seins nicht mit vielen Menschen teilen. Doch wenn meine Geselligkeit zurzeit eingeschränkt ist, heißt das nicht, dass ich meine Zeit nicht sinnvoll nutzen kann. „Es ist nicht zu wenig Zeit, die wir haben, sondern es ist zu viel Zeit, die wir nicht nutzen.“ (Seneca)

Kolping gliedert sich von der einzelnen Kolpingsfamilie vor Ort über größere Gliederungen bis zum Internationalen Kolpingwerk. Wir wissen also umeinander und um das miteinander Verwoben-Sein in dieser Welt. Dieses Miteinander birgt für uns alle große Chancen und die gemeinsame Sorge für unsere Erde. Ich wünsche mir, dass dieses Wissen und unsere Einsichten nicht nur in unseren Köpfen bleiben, sondern fruchtbar werden.

Dietmar Prielipp, Geistlicher Leiter

Hinweise

Aufgrund der ausgefallenen Gottesdienste in den Kirchen konnte in diesem Jahr die MISEREOR-Kollekte nicht durchgeführt werden. Findet sich vielleicht auf dem Konto noch ein Betrag, der sich als Spende eignet? https://www.misereor.de/spenden/spendenaufrufe/corona

Politiker*innen benötigen Rückmeldung aus der Bevölkerung. Wer in den kommenden Jahren als Freund unter Freunden freie Zeit am Mittelmeer verbringen möchte: Teilt den Politiker*innen mit, dass ihr solidarisches Handeln unserer Regierung mit den südlichen europäischen Ländern erwartet. Die Bundestags-Abgeordneten sind per E-Mail nach folgendem Muster zu erreichen: vorname.nachname@bundestag.de.