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Rainer

Alltägliche Situation: Man trifft jemanden, den man flüchtig kennt oder seit langem nicht mehr gesehen hat. Bei mir im Kopf breitet sich dann schon mal leichte Panik aus: Was soll ich sagen? Was soll ich fragen? Wie viel will mein Gegenüber wissen? Ist das Gespräch für ihn vielleicht sogar nur eine lästige Pflicht? Wie erkenne ich entsprechende Signale?

Schon mehrfach habe ich erlebt, dass ich den Bogen wohl überspannt habe. Ich war froh, ein gemeinsames Thema gefunden zu haben, bis der andere dann sagte: „Merkst du nicht, dass ich darüber nicht mit dir reden will?“ Das prägt sich ein.

Bei Rainer ist das anders. Früher waren wir zusammen in der Kolpingjugend aktiv, heute begegnen wir uns nur noch selten. Aber wenn, dann ist das Gespräch mit ihm leicht. Er hat eine Art, dich mit lachenden Augen direkt anzusehen und dir das Gefühl zu vermitteln, dass er voll auf das konzentriert ist, was du sagst. Er fragt nach, er kommentiert; du bist für ihn in diesem Augenblick der wichtigste Mensch. Im Gespräch mit Menschen wie Rainer entspanne ich mich.

Als mir das klar geworden ist, habe ich versucht, Gespräche selbst auch so zu führen. Es gelingt mir nur manchmal, und wenn ich aus der Übung bin, vergesse ich es auch wieder. Danke für dieses Impulsheft – denn erst mit dem Nachdenken darüber, was ich beitragen könnte, ist mir dieses Aktive Zuhören wieder eingefallen.

Peter Witte
KF Elmpt