Anfang September schrieb Michael Kock mich mittags an und sagte mir, dass gleich eine Demo in Erkelenz vom Bündnis gegen Rechtsextremismus sei. Ich schrieb sofort, dass ich spontan vorbeikomme. Während der Demo schrie uns aggressiv ein betrunkener Mann von der anderen Straßenseite an, dass das, was wir reden, „scheiße“ wäre. Und noch bevor die Polizei den Mann freundlichst dazu bewegen konnte zu gehen, stimmten alle Demonstranten einen Sprechchor gegen Extremismus an. In diesem Moment fiel mir auf: Wann passiert es schon mal, dass CDU, Linksjugend, Antifa und die katholische Kirche einer Meinung sind? Aber dass diese Momente existieren, kann uns allen Hoffnung geben: Wir stehen gemeinsam für Menschenrechte und Demokratie, egal ob wir sonst unsere Meinungen teilen. Menschenrechte sind der Querschnitt der Gesellschaft und jeder kann helfen, diese nach innen und außen zu verteidigen. In Momenten wie diesen wird klar, dass die Demokratie dann stark ist, wenn eine andere demokratische Partei Kontrahent ist, nicht Feind. Hoffen wir, dass der „interessante“ Herr aus Erkelenz mittlerweile ausgenüchtert ist und auch er seine Freude an Demokratie und Vielfalt findet.

Mats Jansen
KF Birgelen
