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Mensch, Martina! 😊

  • Beitrags-Kategorie:Impuls zur Woche

Bei einer kollegialen Zusammenkunft in meiner zweiten Stelle´in der Kirchlichen Organisationsberatung -ich bin gar nicht allein bei Kolping- erzählte eine Kollegin über ihre Abschlussarbeit ihrer Beraterinnenausbildung. Ein Stichwort hat es mir nachhaltig angetan: „Psychologische Sicherheit“. Grundannahme hier: Jede menschliche Gruppe -egal welche!- braucht ganz elementar psychologische Sicherheit, so dass jede*r einzelne sicher im Sinne von angenommen, anerkannt, akzeptiert, auch geliebt,… sein muss. Und das nicht nur in der eigenen Rolle, sondern schlicht als Mensch. Existiert diese Sicherheit nicht, „funktioniert“ diese Gruppe auch nicht.

Im weiteren Verlauf unserer Supervision habe ich fast alles mit dieser „Brille“ gesehen und ich habe sehr viele Situationen richtig gut und gar besser verstanden.

Ist die Begrifflichkeit „psychologische Sicherheit“ jetzt nur ein überpädagogisierter Versuch, den „Wohlfühlfaktor“ zu umschreiben? Nein! Ganz sicher nicht. Er beschreibt nämlich keinen netten Umstand, sondern etwas TOTAL Wichtiges.

Und du kennst es auch, wenn Zusammenkünfte beginnen und „kein Segen drinsteckt“, es also kaum Arbeitsergebnisse gibt, schlechte Debatten, miese Stimmung und unnötige Konflikte. Egal ob bei Familienfeier oder Dienstgespräch.

Wie bei der Geschichte mit der Ehebrecherin in der Bibel. Auch wenn das natürlich kein Familientreffen war. Hier ging es sogar um die existentielle Sicherheit, also viel mehr als nur einen Gesichtsverlust oder dergleichen. Nachdem also Jesus die sogenannte Ehebrecherin „in Sicherheit gebracht hatte“, konnte es ein gutes Ende nehmen. Er hat Augenhöhe hergestellt, denn alle Anwesenden waren Sünder und hatten es vergessen. So wurde Ungerechtigkeit vermieden und Leben gerettet. Erfolgsgeschichte!

Nicht nur der Frau, sondern allen wurde klar, was sie in Zukunft -so gesagt- besser machen können.

Ja, vielleicht geht es in dieser Geschichte auch noch um etwas anderes, aber nachdem ich nicht nur einen Tag mit Martinas „psychologischer Sicherheit“ herumgelaufen bin, habe ich das auch in dieser Geschichte gesehen. Entscheiden können wir besser, wenn wir uns sicher fühlen. Ist so, oder?!! 😊

Treu Kolping!

Michael Kock, Geistlicher Leiter im Kolpingwerk Aachen.
(für die Kolpingjugend und genauso für den Gesamtverband)