Aus dem Leben im Homeoffice

Jasmin Könes hat im Januar die Projektleitung „Nachhaltigkeit“ in der Kolpingjugend übernommen. Auch sie ist wie alle Referentinnen im Homeoffice.

Homeoffice — wie soll das denn funktionieren? War der fast tägliche Weg aus meiner neu gegründeten WG mit meiner Schwester zum fast noch neuen Arbeitsplatz doch immer noch etwas aufregend, ungewohnt und voller Erwartung. Und nun aus einem halb fertigen Zimmer voller Umzugskartons vom eigenen Schreibtisch aus ein neues Projekt mit Schulen in so einer Krise starten?

Zugegeben, zu Anfang der Corona-Zeit war ich von diesem Gedanken etwas überwältigt. Sollte es doch jetzt eigentlich „so richtig“ mit dem Projekt losgehen. Und nun hieß es Schulschließung; also umdenken und neu planen. Im Homeoffice merkte ich schnell, wie wichtig es ist, die Tagesstruktur beizubehalten, sich bewusst an die Aufgaben zu setzen und diszipliniert zu bleiben, anstatt vielleicht doch noch einen Karton auszupacken oder ein Regal aufzuhängen.

Dabei half mir zu Beginn meine Schwester sehr und auch Telefonate mit Freund*innen, die in ähnlichen Situationen steckten und ihre Strategien mit mir teilten. Auch die wöchentlichen Teammeetings via Zoom sind eine herrliche Angelegenheit.

Jetzt – nach ein paar Wochen im Homeoffice – habe ich mich etwas mehr mit der neuen Situation arrangiert und sehe die Chance, für das Projekt Möglichkeiten zu entwickeln, auf die ich vor der Corona-Zeit nicht gekommen wäre. Der Austausch mit den Kolleg*innen hilft da sehr. Jetzt sind auch die Kartons ausgepackt und die Wohnung eingerichtet. Ich fühle mich – auch gerade wegen der ungewöhnlichen Situation – wie zu Hause. Ich setze mich gerne an meinen Schreibtisch mit Blick in unseren Garten, was auch der Lieblingsort der dritten Bewohnerin meiner WG ist. Bei diversen Videokonferenzen führte ihr Auftritt schon zur Belustigung aller.

Neben der regelmäßigen Struktur wird mir in dieser Zeit aber auch klar, wie wichtig Abwechslung ist, die ich zuvor als selbstverständlich erachtet habe. Die regelmäßigen Treffen und persönlichen Erlebnisse mit Freund*innen, Familie und in meinem eigenen Jugendverband fehlen mir sehr. Ein Anruf, eine Videokonferenz oder kleine Überraschungen im Briefkasten helfen da etwas.  Wenn mich dann doch mal der „Lagerkoller“ überkommt, flüchte ich mich in die Gartenarbeit, schwinge mich gerne und viel aufs Fahrrad, gehe spazieren und probiere mich jetzt sogar im Inlinerfahren. Das klappt bisher allerdings eher mäßig gut.