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„FÜR MICH BIST DU DU“

(von der Audio-Datei transkribiert)

„Für mich bist du, du.“ Ein Zitat nicht von mir, nein von Ingeborg Bachmann. Sie wäre jetzt in den letzten Tagen 100 Jahre alt geworden und aus diesem Anlass gab es in der Rheinischen Post einen kleinen Artikel, und da wurden einige Bücher von ihr vorgestellt. Der Journalist, der das getan hat, hat jeweils seinen schönsten Satz aus jedem Buch dazugeschrieben. Aus einem Buch, da ging es um Liebe, um die Liebe auch zu Paul Celan. Das Buch heißt „Herzzeit, der Briefwechsel mit Paul Celan“. Da war eben sein schönster Satz: „Für mich bist du du.“ Und der Satz ist banal und dahinter steckt ganz sicher ein riesengroßes Glück, eine riesengroße Liebe. Ich habe letztlich auch an das Buch gedacht, aber eigentlich ist es nicht nur ein Kinderbuch: „Das kleine Ich bin Ich“, das  am Ende sagen konnte: „Ich bin ich.“ Hört sich jetzt niedlich an, dahinter steckt  aber auch eine richtig wichtige menschliche Erfahrung und ein Glück und wenn es auch der Fall ist, auch das Gefühl geliebt zu werden.

Und es gibt biblische Entsprechungen. Aus dem ersten Korintherbrief: „Durch Gottes Gnade bin ich, was ich bin.“ Oder vielleicht macht es das Zitat aus dem ersten Buch Samuel auch deutlicher: „Ein Mensch sieht, was vor Augen ist, der Herr aber sieht das Herz an.“ Ja, jetzt habe ich noch biblische Zitate draufgepackt, aber sie ist eben auch eine existenzielle Erfahrung und da macht auch die Bibel keinen Halt vor. Um Gottes Willen!! Und es gäbe sicherlich auch ein Kolpingzitat, das das auch noch belegt.

Wenn wir im Austausch bleiben und nicht nur das Gefühl genießen, wenn es so ist, sondern auch dafür sorgen, dass wir uns das gegenseitig mitteilen. „Hey, da war ich aber von dir überrascht, enttäuscht, das hätte ich gar nicht so gedacht.“ Auch wenn es mal im Negativen ist, aber bestens noch, wenn es im Positiven ist. „Hör mal, ich hatte ein ganz anderes Bild von dir. Jetzt bist du ein ganz anderer oder eine ganz andere und ich bin positiv überrascht.“ Und da einfach mal letztlich auch ausdrücklich darüber sprechen.

Es nicht zerreden, aber es zur Sprache bringen. Das könnte es, glaube ich, noch besser machen in unserem Leben.
Tipp von mir.

Ich will mich gerne daranhalten. 

Michael Kock, Geistlicher Leiter im Kolpingwerk Aachen.
(für die Erwachsenen im Gesamtverband und genauso für die Kolpingjugend.)