…und liebt ihn so, wie er ist.
Diese Liebe hängt nicht von Leistung, Moral oder Fehlerfreiheit ab. Sie gilt dem ganzen Menschen – mit seiner Geschichte, seinen Stärken und seinen Brüchen. Gott blickt tiefer als das, was nach außen sichtbar ist. Er sieht das Herz.
Oft neigen wir dazu, Menschen auf einzelne Taten zu reduzieren. Ein Fehler überschattet dann alles andere, eine Schwäche wird zum Etikett. Doch Gott tut das nicht. Für ihn ist der Mensch mehr als die Summe seiner Handlungen. Taten können fehlgehen, Entscheidungen können falsch sein – aber der Wert eines Menschen bleibt unantastbar.
Wer den Menschen so sieht, wie Gott ihn sieht, lernt zu unterscheiden: zwischen dem, was jemand tut, und dem, wer jemand ist. Das bedeutet nicht, Taten zu verharmlosen oder Verantwortung aufzulösen. Es bedeutet vielmehr, den Menschen nicht auf seine Fehler festzulegen, sondern ihm Würde, Hoffnung und die Möglichkeit zur Veränderung zuzugestehen.
Gottes Liebe eröffnet einen neuen Blick: Sie lädt ein, einander mit Barmherzigkeit zu begegnen, Fehler zu vergeben und den Menschen hinter den Taten wahrzunehmen – so, wie er wirklich ist. Ich hoffe und glaube, dass dies uns allen hilft, einander wirklich zu sehen – nicht durch die Brille einzelner Taten, sondern im Licht der Würde, die Gott jedem Menschen schenkt.

Maike Dirks
KF Otzenrath
