Impuls zur Woche

Ich weiß nicht, warum sich so viele Menschen mit unserer Kirche schwertun?

Wir strengen uns ernsthaft an, die Sorgen und Nöte der Menschen ernst zu nehmen.

Wir orientieren uns in der Nachfolge Jesu an den Spuren unseres Gründers Adolph Kolping.
Wir leben in einer demokratischen Struktur und wählen unsere Leitung selber.
Wir leiten unsere Kirche gleichberechtigt als Frauen und Männer; und das ehrenamtlich.
Wir haben eine Vorsitzende, eine stellvertretende Vorsitzende und einen männlichen Stellvertreter.
Kolping ist Kirche, der Ort, wo Menschen glauben und aus ihrem Glauben heraus leben können.

Also, warum tue ich mich nicht mehr so schwer mit der Römisch katholischen Kirche, unserer Holding, dem Dach, dem Großkonzern. Meine Antwort ist trivial. Ich bemühe mich, in meinem Leben den viel zitierten Satz des amerikanischen Theologen, Philosophen und Politikwissenschaftler Reinhold Niebuhr zu beherzigen: „Gott, gib mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann, den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann, und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden.“

Ich nehme hin, dass in der Römisch Katholischen Kirche reformwillige Bischöfe massiv unter Druck gesetzt werden.
Ich nehme hin, dass sich immer mehr Menschen, die ich kenne, von dieser Kirche abwenden.
Ich nehme hin, dass ich nach vierzig Jahren ehrenamtlichen und hauptberuflichen Einsatz in verschiedenen Feldern der Kirche im Bistum Aachen oft müde bin.
Ich versuche dennoch, mich mit aller Kraft so zu verändern, dass ich in der Nachfolge Jesu lebe.
Ich versuche, beruflich und privat Menschen anzustiften, aktiv als Christ*innen zu leben.
Ich versuche, unseren Verband als veritablen Ort gelebten Glaubens zu stärken.

Dietmar Prielipp, Geistlicher Leiter