Impuls zur Woche

„Giovanni, nimm dich nicht so wichtig!“

Dieser Satz von Papst Johannes XXIII. wurde ihm seiner Erzählung nach nachts im Traum von einem Engel ins Ohr geflüstert, als ihn große Sorgen wegen seines Amtes um den Schlaf brachten.

Leider habe ich die Erfahrung noch nicht gemacht; wahrscheinlich haben es Engel schwer, zu mir durchzudringen. Doch ich habe diesen Satz des Öfteren von Menschen in meinem Umfeld gehört. Manche meinen es gut mit mir und haben mein Wohlergehen im Blick. Andere benutzen diesen Satz, um mich klein zu machen.

Wenn mir dieser Satz gespiegelt wird denke ich unwillkürlich an den Beginn des Markus Evangeliums. Johannes der Täufer sagt diesen wunderbaren Satz: „Nach mir kommt einer, der ist stärker als ich; ich bin es nicht wert, mich zu bücken, um ihm die Schuhe aufzuschnüren.“ Und zwei Verse später heißt es: „In jenen Tagen kam Jesus aus Nazareth in Galiläa und ließ sich von Johannes im Jordan taufen.“

Beide wussten um ihre Sendung, um die Kraft und Wirkung ihrer Sendung und beide demonstrieren klar und offensichtlich, dass es nicht auf die eigene Größe und Bedeutung ankommt, sondern darauf, sich in den Dienst Gottes zu stellen. Mir wird es warm ums Herz und ich nehme mir vor, genau so Jesus nachzufolgen.

Dietmar Prielipp

Hinweis

Ich lade euch und Sie ein, sich Zeit zu nehmen, die folgende kurze Bibelstelle zu lesen und zu fragen, wo sie einen Platz im eigenen Leben finden kann.

„In jener Zeit trat Johannes in der Wüste auf und verkündete: Nach mir kommt einer, der ist stärker als ich; ich bin es nicht wert, mich zu bücken, um ihm die Schuhe aufzuschnüren. Ich habe euch nur mit Wasser getauft, er aber wird euch mit dem Heiligen Geist taufen. In jenen Tagen kam Jesus aus Nazareth in Galiläa und ließ sich von Johannes im Jordan taufen. Und als er aus dem Wasser stieg, sah er, dass der Himmel sich öffnete und der Geist wie eine Taube auf ihn herabkam. Und eine Stimme aus dem Himmel sprach: Du bist mein geliebter Sohn, an dir habe ich Gefallen gefunden.“ (Markus 1,7-11)

Foto: De Agostini, Public domain, via Wikimedia Commons