Impuls zur Woche

Haltung und Hoffnung

Im Radio geriet ich mitten in ein Interview, in dem sich zwei Menschen über Haltung und Hoffnung unterhielten. Und die ganze Zeit war ich begeistert von dieser Wortkombination, die sofort „die Haltung“ deutlich ins Spiel brachte, denn ich hatte sofort auch den Dreiklang „Glaube, Hoffnung, Liebe“ ( 1 Kor. 13,13) im Kopf. Alles große Begriffe, die unangefochten als wichtig angesehen werden.

Von einem Kollegen habe ich im Ohr, dass bei allem Handeln, Helfen, Beraten,… natürlich auch Methoden -also Handwerkszeug- wichtig sind, aber fast noch wichtiger die Haltung dahinter. Wenn ich der Haltung eines Menschen und dem Menschen selbst vertrauen kann, dann macht mich das letztlich glücklich. Und bevor etwas wirklich wahr wird und gut wird, ist schon längst die Hoffnung darauf da, die uns antreibt und mit Sehnsucht füllt. Das aktiviert. Das lässt uns Handeln.

Haltung zeigen ist ´was Gutes! Haltung als Christinnen und Christen im Hinblick auf den Krieg in der Ukraine, auf die große Klimakrise (die nicht einfach wieder verschwindet), auf die derzeitigen Reformprozesse (manche sprechen vom Umbruch) innerhalb der Kirche. Haltung zu den Themen der Menschen (weltweit) zeigen auch wir im Verband. Ist nicht die ganze Bibel und folglich unsere Satzung „gespickt“ mit Haltung?!! 

Wer rätseln muss, weil die Haltung nicht auszumachen ist, der wendet sich ab.

Ein sehr schlichter Hinweis in dieser wichtigen Sache: Wie wirkt ein Mensch auf dich, der sehr krumm sitzt, also eine schlechte körperliche Haltung hat?!! Verkörpert er Hoffnung?

Worum ging es im Radiointerview? Ich löse es auf:

„Haltung und Hoffnung“ – so sind die diesjährigen Ruhrfestspiele in Recklinghausen überschrieben. Genial! Das ist das älteste Theaterfestival in Europa. Entstanden, weil die Bergleute mit ihrer Kohle Theaterkünstler*innen aus Hamburg 1947 geholfen haben. Zum Dank führten die Schauspieler ihre Bühnenkunst in Recklinghausen den „Kumpels“ vor. Ein Theaterfestival war geboren.

Da trafen- wenn man so will- zwei Welten aufeinander. Wird es so erst gut, wenn unterschiedliche Haltungen und Hoffnungen nicht nur da sind, sondern in kreative Beziehung treten? Hört sich am Ende vielleicht pathetisch an, stimmt aber trotzdem. Oder?!!!

Sehr herzlicher Gruß!

[ Dem Muttertag widme ich diesen Satz meiner Mutter, den meine Geschwister und ich wirklich sehr oft gehört haben:  „Gerade sitzen!“ 
Sie selbst sitzt bis heute NIE krumm. Nehme ich das einmal als mütterliche Aufforderung zur „Haltung“. ]