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Jede Geschichte braucht jemanden, der sie erzählt

Gerne hier zum Mitlesern:

Gerne betone ich immer wieder, dass wir Menschen förmlich auf Geschichten fliegen. Wenn jemand seine Botschaft mit einer Geschichte – am besten einer echten- transportiert, ist das meistens besonders nachhaltig. Und wenn es zudem noch sehr anschaulich geschieht mit wörtlicher Rede, wird die Geschichte mehr. Sie wird in meinem Kopf zu einem Ereignis bzw. Erlebnis.

Jetzt komme ich selbst aber zu einer weiteren Frage: Sind es allein die Geschichten oder geht es auch um den Menschen selbst, der die Geschichte erzählt? Ich weiß, man kann es wahrscheinlich gar nicht trennen, aber vielleicht doch ein wenig unterscheiden. Als ich früher in die Kindergärten gegangen bin als Gemeindereferent, wurde ich von den Erzieherinnen bei den Kindern in der Regel so angekündigt: „Herr Kock kommt!“ Und auch so von den Kindern begrüßt. Es war einfach „cool“ von den Kindern so herzlich und freudig empfangen zu werden. „Wie Kinder eben sind.“ 😊 Ich hatte meine Besuche aber auch so geplant, dass die Pausen dazwischen nicht zu lang sind, damit mich die Kinder nicht vergessen sollten. Und was zu erzählen hatte ich sowieso.

Dass Jesus selbst als Mensch ohne Zweifel der ideale „Geschichtenerzähler“ und natürlich weit mehr war, wird niemand bezweifeln.

Mir ist klar: Wir fliegen also längst nicht nur auf die Geschichten, sondern auch auf die konkreten Personen. Die Person allein als solche bringt es nicht. Und dennoch interessieren wir uns offenbar für viele Persönlichkeiten, die vielleicht nur berühmt sind. Beim Zeitschriftenstand vor der Kasse, bei meiner Friseurin wird das besonders deutlich. Die meisten dieser „Prominenten“ sind gesellschaftlich nicht wirklich relevant, allenfalls unterhaltsam. Es hilft uns nicht, die Lösung unserer Probleme und Herausforderungen an einem Menschen festzumachen. Und ob die FDP aus ihrem Tief wieder herauskommt, wenn wieder ein großer (prominenter!) Vorsitzender „das Ruder führt“??

Ja! Ich hätte gerne das Gesamtpaket: Den Menschen, die Geschichte und vor allem auch das gute Ziel, die gute Idee, die Lösung,… dahinter.
Auf andere zu warten, kann mitunter sehr ernüchternd sein. Kleine Erinnerung: Die Jünger sind nach Pfingsten selbst zu grandiosen Persönlichkeiten herangewachsen.
Ich glaube, dass wir erfolgreicher sind, wenn uns auch darauf konzentrieren, wo meine Ideen und meine Geschichten,… stecken. Und wie aktiv, hörbar und spürbar ich damit umgehe!
Und nun kommt zum Schluss ein Schlusssatz, der zu erwarten war, aber der eben auch unumgänglich ist:  Es braucht dich! Und ich vermute, dass es nicht nur im Kindergarten so leicht ist und schön ist, denn auch Erwachsene lieben Menschen, die … es eben können.

Adolph Kolping war auch so jemand und er konnte es nicht allein „wuppen“. Ist eben alles ein „Gesamtpaket“!

Treu Kolping!

Michael Kock, Geistlicher Leiter im Kolpingwerk Aachen.
(für die Erwachsenen im Gesamtverband und genauso für die Kolpingjugend)