Jedes Kind, das geboren wird, ist ein Kind Gottes. So glauben wir als Christen. Und doch schaffen wir es immer wieder zu unterscheiden zwischen uns als Kinder Gottes und anderen Menschen. Unsere Welt wird zunehmend komplexer und damit der Reflex, sich in die eigene Gruppe, Blase oder Community zurückzuziehen, verlockender.
Und Jesus?
Auch er lebte in einer Welt voller komplexer Herausforderungen. Auch damals war es sicherer, nicht aufzufallen oder sich nur in seiner Blase zu bewegen. Aber das Evangelium ist eine Aneinanderreihung von Geschichten, in denen Jesus genau das nicht gemacht hat.
Er hat hingesehen, er ist hingegangen, er hat ihnen die Hand gereicht!
Zum Beispiel:
– den geflüchteten Menschen auf See – die wir dank der Frontex (Europäische Agentur für die Grenz- und Küstenwache) auf dem Mittelmeer sterben lassen,
– den unterdrückten Menschen – deren Arbeitskraft ausgenutzt wird für Handelsabkommen, die wir für unsere wirtschaftlichen Erträge, auch mit politischen Unrechtsstaaten, abgeschlossen haben,
– den Menschen, die keinen Zugang zu unserer Gesellschaft finden – die wir ausgrenzen, weil sie aufgrund von psychischen Überforderungen z.B. auf der Straße leben oder wir sie als geflüchtete Menschen in sogenannten Asylheimen sich selbst überlassen haben,
– besonders den Kindern – denen wir als Gesellschaft das Recht auf eine gute Zukunft absprechen, wenn wir uns nicht für gut ausgestattete Schulen und Lehrkräfte stark machen.
Ecce homo – SEHT DEN MENSCHEN!

Sigrid Ophoff
KF Aachen
