
(transkribierter Text der Audiodatei)
Hört sich für dich aufhören auch so negativ an? Und vielleicht auch nicht, aber für die meisten schon. Mit etwas aufzuhören, das ist oftmals nötig und ich kriege das mit, wenn ich in meinem beruflichen Kontext, wenn ich Gremien begleite, dass es auch Gremien und Verantwortlichen schwerfällt, das Alte und Gewohnte sein zu lassen, mit etwas aufzuhören, damit man mit etwas Neuem anfangen kann. Und dann einen guten Abschluss überhaupt zu finden, dass das irgendwie geht.
Aber ich glaube auch, dass jeder in sich, ob jetzt in einem Pfarrgemeinderat oder nur für sich ganz persönlich, oftmals eine Unruhe oder eine Ahnung spürt, dass wir klar haben: „Ha, irgendwas muss sich ändern, mit irgendwas müsste ich aufhören, mit irgendwas neu anfangen!“ Dafür muss ich kein Einsiedler werden mit allem abschließen und dann Zeit nur für mich haben. Aber ich muss bereit sein, so die Sicherheit und das Gewohnte doch mal aufzugeben.
Und es gibt eine schöne Übung oder einen guten Vorgang in vielen Religionen, nämlich das Fasten. Das ist das Aufhören, zumindest auf Zeit, das Pausieren. Und das Fasten hilft uns vielleicht, mit dem Aufhören so ein bisschen im Training zu bleiben. Und oftmals bewundere ich Leute, nicht beim Fasten, aber wenn sie gelassen sind. Und das sind für mich oftmals Leute, die quasi in sich ruhen, weil sie klar haben, wer sie sind. Und dann haben die auch weniger Stress, mit Dingen aufzuhören oder mit was Neuem anzufangen, zumindest in meiner Wahrnehmung. Und ich wünsche unserer Kirche auch weniger Stress.
Und wenn wir wissen, was wir wollen in der Kirche oder im Verband, dann ist vielleicht die Entscheidung gar nicht mehr so schwer: „Wo will ich aufhören, damit ich mit irgendwas anfangen kann?“ Und ich muss die Leere auch ertragen, das Nichts, wenn ich mit was aufgehört habe, vielleicht kommt nicht sofort was Neues. Das muss ich hinkriegen.
Und viele Routinen beschäftigen uns, vielleicht haben auch einige Routinen was Gutes. Und ich glaube auch, Menschen sind unterschiedlich. Die einen fangen viel an, die anderen brauchen nur wenig Neuanfänge.
Ein Hindernis ist natürlich immer der unbekannte Weg, wenn ich was Neues anfange. Und das Fatale dabei: Das Alte, Gewohnte, das kenne ich. Das ist eine Sicherheit.
Vielleicht kann ich ja bei dem Aufhören, wenn das Nichts kommt, mal genau hinhören und gucken, was ist Neues dran für mich.
Jetzt am Ende hast du vielleicht auch schon deinen Frieden mit dem Aufhören geschlossen, wenn du überhaupt einen Unfrieden gehabt hast, und siehst das Aufhören etwas Positiver.
Und jetzt höre ich auch auf.

(Geistlicher Leiter im Kolpingwerk. Für die Jugendlichen, für die Kinder und für die Erwachsenen. Und das gerne!)
