Ein Bildstock als Protest

Kolpingsfamilie Viersen-Dülken

In Viersen-Dülken kümmert sich die örtliche Kolpingsfamilie seit vielen Jahren um einen Bildstock; einen Bildstock als Ausdruck eines Protestes gegen ein Verbot.

Bildstöcke sind aus Holz, Stein oder Mauerwerkgearbeitet. Oft dienen sie als Pilgerstationen. Aus Holz gearbeitet, trägt dieser Bildstock hinter einem angedeuteten Fenster ein kleines Marienbild, Maria mit dem Kind. SR stehen für Soror, aus dem Latein für „Schwester“. Im unteren Teil ist der Sinnspruch „Ave Maria Credentium“ zu finden, „Gegrüßet seist du, Maria Gläubige“. Mehrere Schmuckelemente, Kerzen und Blumen ergänzen das Gesamtbild, angebrachte Tafeln drücken die Erfüllung von Bitten aus.

Der heutige Bildstock in Viersen-Dülken, Ortsteil Bergerstraße war auf Anregung von Kolpingbruder Franz van Overbrüggen entstanden. Es wurde von Adolf Bex und Johannes Bonus ausgeführt; das Marienbildnis malte Heinz de Bruyn.

Der jetzige Vorsitzende der Kolpingsfamilie Dülken, Thomas Wollschläger berichtet, wo der Bildstock zu finden ist und auch über die Hintergründe seiner Entstehung:

„An der Venner Straße, den Weg gegenüber Haus Nr. 9 durchgehend, befindet sich der Bildstock unserer Kolpingsfamilie. 1934 wurde er von Kolpingmitgliedern als Antwort auf das Verbot der katholischen Standesvereine durch die NSDAP errichtet.  Ursprünglich stand er im Wald an der Venner Straße, musste aber durch Flurbereinigung und Autobahnbau einen anderen Standort finden, den er 1976 an der heutigen Stelle fand. Der Zahn der Zeit nagte am Holz und dem Marienbild; beides wurde in den letzten Jahren erneuert. Mitglieder unserer Kolpingsfamilie kümmern sich seit langem liebevoll um den Bildstock und die Gestaltung des Umfeldes.“

Zu verschiedenen Anlässen wie Andachten trifft sich die Kolpingsfamilie dort. Zurzeit steht der Bildstock durch Rodung des geschädigten Waldes der nächsten Umgebung etwas einsam und verlassen, lädt aber jederzeit zum Verweilen und Gebet ein und strahlt Ruhe aus.