Frauen auf dem deutschen Arbeitsmarkt – was es sie kostet, Mutter zu sein

Eine Bertelsmannstudie aus dem Jahr 2020

In dieser Analyse der Autorinnen Manuela Barišić, Senior Project Manager im Projekt „Beschäftigung im Wandel“ der Bertelsmann Stiftung, und Valentina Sara Consiglio, Project Manager im Projekt ebenda, schlägt sich nieder, dass

  • Frauen ohne Kinder bei gleicher Ausbildung und Voraussetzung im Durchschnitt in West wie Ost immer noch weniger verdienen als Männer allgemein.
  • Frauen mit Kinder je nach Kinderanzahl durch mehrmalige Ausfälle im gesamten Erwerbsleben deutlich weniger verdienen als die vorangegangene Gruppe von Männern und Frauen.
  • Teilzeitarbeit, Minijobs und unbezahlte Pflege und Kindererziehung nicht ausgeglichene Berücksichtigung im der Gender Lifetime Earning Analyse finden.
  • Ausbildung und Sozialisation als Grundvoraussetzung für ein selbstbestimmtes Arbeitsleben allein nicht reicht.
  • Politik andere Voraussetzungen schaffen muss, um diese Missstände abzubauen, ja auszuheben.

Analysiert wurden dabei von den Autorinnen Barišić und Consiglio die Unterschiede zwischen Männer- und Frauenvoll- und Teilzeitarbeit, mit und ohne Kinder, Jobs im Zuverdienstmodell und im Dienstleistungssektor, Hotel, Gaststätten, Service, Raumpflege, Kassiererbereich.

Auch heute noch sind Familien, sind gerade Frauen, die das Gros der Haus- und Erziehungsarbeit leisten, benachteiligt, werden gerade in Coronazeiten mit der Erziehung und Beschulung alleine gelassen. Die Entscheidung also, wie viele Kinder sich eine Familie „leisten kann“, ist immer noch Privatsache, wird aber durch die jetzige Steuer-, Renten- und Abgabestruktur nicht ausreichend gewürdigt.

Daher sollte der beschriebene Forderungskatalog nach einem zwingenden Abbau bestehender Fehlanreize im Steuer-, Abgaben- und Transfersystem, die Mehrarbeit für Frauen und Mütter häufig unattraktiv machen, einer Reform des Ehegattensplittings mit dem Ziel einer Individualbesteuerung mit übertragbaren Freibeträgen dazu beitragen, dass eine Ausweitung der Arbeitszeit für Frauen und Mütter attraktiver wird.

Fazit dieser Betrachtung ist immer noch, dass die Grundannahme Frauen tragen die Hauptlast, werden aber sowohl in der Bemühung der Kindererziehung wie in ihrem eigenen beruflichen Vorankommen nicht ausreichend von Politik und Wirtschaft unterstützt. Daraus resultieren Fragestellungen wie „Ist dieses bestehende Modell zukunftsfähig?“ „Sind Kinder und Kosten Privatsache?“ „Muss es einen neuen Generationenvertrag geben?“

Lesen Sie selbst: https://www.bertelsmann-stiftung.de/fileadmin/files/user_upload/200616_Kurzexpertise_MotherhoodLifetimePenaltyFINAL.pdf