Impuls zur Woche

Von den vielen Welttagen, die es gibt, sticht der heutige „Welttag der Pressefreiheit“ (seit 1994) für uns heraus. Journalist zu sein, ist in vielen Ländern gefährlich. Zum jetzigen Zeitpunkt wurden 2020 schon 10 Journalisten getötet und 231 sitzen in Haft; zusätzlich 115 Blogger und Bürgerjournalisten. In Ländern wie Nordkorea, China und Saudi Arabien gibt es nicht wirklich eine unabhängige und freie Presse. Die Lage der Presse in Russland (Platz 149) und der Türkei (154) wird immer mal wieder bei uns thematisiert. Doch auch in Ländern, an die wir vielleicht nicht sofort denken, wie Indien (142), Brasilien (107), Ukraine (96) und Israel (88) steht es nicht gut um die Pressefreiheit. Auch in Europa wird die Arbeit der Presse oft stark behindert: Griechenland (65), Polen (62) und Kroatien (59).

Für Menschen, die wie wir im Nachkriegsdeutschland groß geworden sind, ist das im eigenen Erleben und im Grunde selbstverständlich. Doch unsere Hochglanzzufriedenheit ist spätestens beim G20-Gipfel in Hamburg 2017 angekratzt worden, als mehr als 30 Journalisten die Akkreditierung aus fadenscheinigen Gründen im Nachhinein entzogen worden ist. Doch verglichen mit vielen anderen Ländern leben Journalisten in Deutschland frei und unbedroht. Nach Angaben von „Reporter ohne Grenzen“ liegt Deutschland auf Platz 11 von 180 Staaten.

Pressefreiheit, so unser Resümee, ist nicht selbstverständlich und sicher. In Zeiten von ‚alternativen Nachrichten‘ und sich mehr und mehr verbreitenden Verschwörungstheorien gilt es, uneingeschränkt die Freiheit der Presse zu verteidigen und die Arbeit der in diesem Feld Engagierten wertzuschätzen.

Übrigens: Schon Adolph Kolping hatte einen engen Bezug zur Pressefreiheit. In den „Rheinischen Volksblättern“, von ihm 1854 gegründet, nahm er als Chefredakteur kein Blatt vor den Mund und wählte eine mutige, deutliche Sprache.

Werner Erkens und Dietmar Prielipp

Hinweis

Ist auch heute wieder etwas Zeit für eine sinnvolle Beschäftigung frei? Dann empfehlen wir auf der Seite von Reporter ohne Grenzen zu stöbern.

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Werner Erkens ist freier Journalist und Redakteur der Mönchengladbacher Online-Zeitung Der Lokalbote. Er ist Mitglied der Kolpingsfamilie Odenkirchen.

Dietmar Prielipp ist Geistlicher Leiter des Kolpingwerkes Diözesanverband Aachen. Er gibt für das Kolpingwerk u.a. zweimal jährlich die Impulse in den bewegten Zeiten heraus.