Nachhaltigkeit

Ökostrom – ja / nein / vielleicht

Vor ein paar Wochen habe ich in der Kolpingsfamilie Elmpt über Klimaschutz und Nachhaltigkeit referiert. Im „Was kann ich konkret tun“-Teil ging es natürlich auch um Ökostrom – aber um ehrlich zu sein, während wir im Kolpinghaus Mönchengladbach schon seit gut einem Jahr Ökostrom vom lokalen Versorger beziehen, hat es privat noch nicht zum Wechsel gereicht.

Aber gerade jetzt ist doch eine gute Gelegenheit, sich einmalig etwas intensiver mit dem Thema zu befassen, eine Entscheidung zu treffen und mit einem Wechsel in einen Ökostromtarif einen großen Schritt auf dem Weg zu mehr Nachhaltigkeit zu gehen. (Wer es schon getan hat, braucht nicht weiter zu lesen und kann sich entspannt bei einer Tasse Tee eine Pause gönnen).

Was ist „echter“ Ökostrom?

„Echter“ Ökostrom ist Strom aus umweltfreundlichen, regenerativen Quellen, also Wind- und Sonnenenergie, Wasserkraft und Biomasse. Es gibt nämlich wohl auch die Möglichkeit, Strom aus konventioneller Erzeugung mittels Zertifikaten als Ökostrom zu deklarieren.

Was ist „guter“ Ökostrom?

Als „gut“ wird Ökostrom dann angesehen, wenn er zudem von Anbietern stammt, die durch den Bau immer neuer Anlagen nachhaltig die Energiewende voranbringen. Das machen aber nicht alle. Die Internetseite Utopia.de nennt hier u.a. die Anbieter „Naturstrom“ und „Greenpeace Energy“. Auf Platz 1 der dort vorgestellten Anbieter sind jedoch die „Bürgerwerke“ – ein Zusammenschluss von knapp 100 Bürger-Energie-Genossenschaften.

Was sind Bürger-Energie-Genossenschaften?

Das sind meist kommunale oder regionale Energie-Erzeuger in der Rechtsform der eingetragenen Genossenschaft (eG). Wie bei einer Volksbank kann man Genossenschaftsanteile erwerben und wird somit Mit-Eigentümer. Mit diesem Kapital baut die Bürgerenergiegenossenschaft z.B. Photovoltaik-Anlagen auf fremden Hausdächern und verpachtet diese an den Hauseigentümer oder –mieter. Oft fängt so eine Genossenschaft klein an – im Kolping-Kontext gibt es z.B. die Kolping-Erneuerbare-Energie-Genossenschaft KEEG in Hildesheim. In unserer Region gibt es z.B. die Energiegenossenschaft Krefeld e.G.

Jetzt aber: Vergleichen

Dem Internet sei Dank ist der Vergleich der verschiedenen Anbieter nicht schwer. Eine kurze Suche nach „Ökostrom Vergleich“ ergibt mehrere Treffer für Vergleichsportale, in denen ich anhand unseres Jahresverbrauchs und unserer Postleitzahl konkrete Preisinformationen bekomme.

Und los: Wechseln

Wenn nicht jetzt, wann dann. Ich entscheide mich für die „Bürgerwerke eG“. Die sind im Vergleich zwar nicht die günstigsten (vor allem, weil mir kein Neukunden- oder Wechselbonus angeboten wird), aber mich überzeugt die Idee. Und interessanterweise ist es trotzdem nicht teurer als unser bisheriger Standardtarif für Privatkunden.

Tja, und jetzt habe ich das gute Gefühl, mit einmal richtig investierter Zeit einen großen Schritt zu mehr Nachhaltigkeit voran gekommen zu sein.

Herzliche Grüße

Peter Witte