Impuls zur Woche

„… neuer Wein gehört nicht in alte Schläuche!“ (vgl. Mk 2,22)

Ein Bibelzitat, das damals wie heute sehr plausibel klingt. Beim Hören dieses Satzes merken alle, dass hier ein grundlegender Fehler vermieden werden soll. Sehr plausibel, oder? Das Neue nicht im Alten oder mit dem Alten beginnen lassen. Keiner würde auch diesem Satz widersprechen, oder?!!

Du wirst nicht überrascht sein, wenn ich jetzt auch wieder an die derzeitige Situation der Kirche denke, in die man hinein gar nicht oft genug diesen Satz rufen sollte. Das Alte hat offenbar eine solche „Anziehungskraft“ entwickelt, dass das Neue zu wenig Chancen erhält. Es gibt offenbar unendliche Beharrungskräfte.

Ich bin „zu Hause“ (in meinem Geburtsort) Mitglied im Schützenverein. Es ist ein bürgerlicher Verein mit dem Leitspruch „Für Bürgersinn und Heimattreue“. Lange Zeit war der Verein kein „e.V.“ und Frauen konnten kein Mitglied werden. Das hat sich nun geändert.

Aber man merkt es dem Schützenfest noch nicht so recht an? Beim Vogelschuss, bei der Parade?

Ich mag meinen Heimatort, die Freundinnen und Freunde, die ich dort treffe. Ich habe früher kaum ein Schützenfest ausgelassen. Und gleichzeitig merke ich, dass da etwas nicht passt. Für mich. Da geht mehr.

„Für Bürgersinn und Heimattreue“ geht auch im 21. Jahrhundert. Es sind Begriffe, die zeitlos sind, auch wenn unser Schützenverein auf über 500 Jahre Geschichte zurückblicken kann.  Ich merke aber durch meine Arbeit in den katholischen Verbänden, dass ich nun anders auf „mein“ Schützenfest schaue.

Ich merke ebenso -Schwenk zurück zur Kirche 😊 -, dass ich auch anders als Verbandler auf „meine“ Kirche schaue. „Glaube, Hoffnung, Liebe“ sind ebenso zeitlos.

Ich hätte gerne, dass man unserem Schützenverein und auch unserer Kirche ihrem Dasein im 21. Jahrhundert viel deutlicher anmerken kann.

Dieses Jahr konnte ich nicht zum Schützenfest. Vielleicht hat sich ja schon etwas verändert!? Wie konsequent stellt sich der Schützenverein dieser Aufgabe? Wie konsequent unsere Kirche?

Ich will Einfluss nehmen. Ich mag meine Heimat. Die wie die andere. Du auch?