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Lass mich in deine Küche und ich sag dir, wer du bist, ich bin.

  • Beitrags-Kategorie:Impuls zur Woche

Wir haben zu Hause eine Wohnküche, in der wir die allermeisten Gäste an unserem Küchentisch empfangen. Umgeben von Herd, Kühlschrank und allem, was man täglich in der Küche braucht. Und ich finde – die Küche ist der ehrlichste Raum in einem Haus und ganz oft der gemütlichste. Wir haben auch einen Esstisch, aber die spielt auch nach 20 Jahren eine untergeordnete Rolle. Ja, ich würde sogar fast sagen: Wer es bei uns nicht in die Küche schafft, der  …. . Soweit will ich nicht gehen.

Ich kenne das noch von früher: Bei Freunden -obwohl damals schon selten- gab es die „gute Stube“, die geschont wurde. Und ich bin auch schon einmal bei einem Hausbesuch „nur“ im Wohnzimmer empfangen worden. Ja, da habe ich es auch nicht in die Küche geschafft und bin auch sonst nicht weit gekommen.

Die Küchenatmosphäre wirkt besonders. Da wirst du eingelassen, vielleicht nicht immer voll ins Herz des anderen, aber schon sehr. Da werde ich ganz anders gesehen – so persönlich. Vereint am Tisch, wo gegessen wird und Kaffee getrunken. Nicht zufällig ereignen sich die besonderen Begegnungen mit Jesus in Form einer Tischgemeinschaft.

„Küchenmomente“ schaffen, wo Menschen „warm werden“, persönlich werden können. Wo das, was sie an Trauer, Freude, Hoffnung erleben, vorkommen darf. Und sogar ausgesprochen werden kann.

Wen lasse ich ungern oder gar nicht an meinen Tisch und schon gar nicht an meinen Küchentisch? Wir bei Kolping wollen die AfD nicht „an unserem Tisch“, um im Bild zu bleiben. Die Positionen der AfD passen nicht zu unserem Leitbild bei Kolping und auch nicht zu unseren satzungsmäßigen Zwecken. Eine AfD-Mitgliedschaft ist unvereinbar mit der Zugehörigkeit zu Kolping. Auf der Website „www.kolping.de“ findest du dazu etwas.

Wer setzt sich wohl in Sachsen-Anhalt „regierungsmäßig“ an einen Tisch? Einen Verhandlungstisch – weit weg vom Küchentisch? Ich weiß es nicht.

Ich weiß nur, dass manches NICHT zum Gegenstand von Kompromissen werden kann. Das haben wir bei Kolping 2023 beschlossen. Ich bin froh für diese Eindeutigkeit.

Freunde oder Bekannte – es sind gar nicht viele, aber doch welche- die früher mit mir in unserer Küche gesessen haben, distanzieren sich nicht so eindeutig von der AfD. Und nun? Keine Kompromisse bei meinen Grundwerten! Und ganz gewiss „voller Einsatz“ am Küchentisch -einem Möbelstück, das nicht nur nett ist, sondern auch strategisch wichtig. Ich bleibe zuversichtlich!

Treu Kolping!

Michael Kock, Geistlicher Leiter im Kolpingwerk Aachen.
(für die Erwachsenen im Gesamtverband und genauso für die Kolpingjugend.)