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Michael Kock im Gespräch

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Hallo Michael, guten Tag!

1.Du bist der Geistliche Leiter im Kolpingwerk Diözesanverband Aachen. Aber für viele Menschen hier um Mönchengladbach, du kommst nun ja aus Erkelenz, bist du weit mehr. Welche Ehrenämter begleiten dich und du sie?
Ich weiß vom „Repair Café Erkelenz“, von „Erkelenz blüht auf“. Was gibt es da noch?

Ja, im Repair Café Erkelenz gibt es uns nächstes Jahr schon zehn Jahre! Eines meiner erfolgreichsten Projekte als Gemeindereferent in Erkelenz, bei dem ich ehrenamtlich „hängengeblieben bin“. Wir sind ein richtig großes Team geworden und sehr unaufwendig, aber effektiv organisiert. Hier ist meine Aufgabe die Pressearbeit.

Bis letztes Jahr war ich im Vorstand des Vereins „Heimat blüht auf e.V.“ (www.heimatbluehtauf.de ). Hier haben wir uns zum Ziel gesetzt, etwas gegen das große Insektensterben zu unternehmen, indem wir anfangs im Stadtgebiet Erkelenz 3% oder gar 5% der Ackerfläche in Blühflächen umwandeln mit Blühpatenschaften, Netzwerken, Kinderblühfeldern, enger Zusammenarbeit mit der Landwirtschaft, Schulen und Kitas. Wir haben schon viel erreicht. Aber leider treten Nachhaltigkeitsthemen allzu leicht in den Hintergrund, wenn große Krisen die Menschen beschäftigen.

Es gibt eine besondere Gottesdienstform in Erkelenz, den „UGo“ (Unseren Gottesdienst) seit einigen Jahren. Auch hier bin ich ehrenamtlich im Team dabeigeblieben. Einmal im Monat feiern wir in bewusst persönlicher Atmosphäre und Gestaltung Gottesdienst. Wie bei Kolping duzen sich alle; und die Tasse Kaffee danach gehört fest dazu. Vielleicht erinnert sich noch jemand an meine Abende zum Thema „Kirche: Heimat, aber kein Zuhause“. Dieser Gottesdienst ist u.a. mein Weg, mit diesem Thema umzugehen.

In Erkelenz arbeite ich bereits seit sehr vielen Jahren als verbandlicher Vertreter des BDKJ-Regionalverbandes im städtischen Jugendhilfeausschuss mit. In der verbandlichen Jugendarbeit kenne ich mich aus und bin gut vernetzt. Jugendliche, die sich „ihre Kinder- u. Jugendarbeit“ selbst organisieren und sich vor allem selbst leiten, sind einfach besonders und ein Gewinn in jeder Stadt.

Beim UGo mache ich mit, weil ich gottesdienstlich etwas brauche, dass mich „persönlich“ anspricht. Hier machen wir uns zu Nutze, dass die Kirche eben nicht voll ist, sondern wir als kleinere Gruppe feiern. Dadurch, dass sich alle Teilnehmenden insbesondere beim Predigtgespräch beteiligen und auch sonst engagieren, wird aus diesen Gottesdiensten ganz oft mehr als man vorbereitet hat. Dabei begeistern mich wirklich oft die Gedanken und Bekenntnisse der anderen. Es ist eine kleine „Community“ entstanden, die stets offen für neue ist. Dieses „Wir“ brauche ich sehr! Das „Du“ (in diesem Gottesdienst) ist weit mehr als eine lockere Anrede, dahinter steckt eine Haltung, die für die Seelsorge und Liturgie nicht nur in meinem Verständnis sehr relevant ist.

3. Welche Dinge in deinem Ehrenamt möchtest du auch in Zukunft bewahren, sind dir wichtig?

Ich mag meinen Beruf als Gemeindereferent; und es gab und gibt daher für mich ganz oft Überlappungen von haupt- und ehrenamtlicher Tätigkeit, weil ich hauptsächlich mit Menschen im Ehrenamt arbeite. Besonders bewahren will ich mir aber ehrenamtliche Tätigkeitsfelder, die nichts mit meinem Beruf zu tun haben. Diese Abwechslung hat mir in den vergangenen Jahren gutgetan. Gerne würde ich auch wieder in einem Chor singen wie früher. Vielleicht wird es besser kein Kirchenchor mehr oder einer der vormittags probt. 😊

Kommenden Samstag helfe ich beim Konzert des Städtischen Musikvereins Erkelenz und arbeite hinter der Theke oder beim Einlass. Nichts Besonderes und zugleich richtig schön.