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„Welttag des Tanzes“, Miriam. Du tanzt?

Seit ich fünf Jahre bin, tanze ich in meinem Karnevalsverein, zunächst nur in der Garde und seit drei Jahren auch in der Damen Showtanzgruppe. Traditionell legen wir in der Fastenzeit eine Trainingspause ein, weshalb uns das Abstandsgebot zunächst nicht betroffen hat. Jetzt verlängert es unsere Trainingspause und das Anlaufen des Trainingsbetriebs verlangsamt sich. Eigentlich hätte Ende März ein Gardetreffen zur Organisation der nächsten Session stattgefunden. Da ich über meine ehrenamtliche Arbeit in der Kolpingjugend schon oft Telefonkonferenzen genutzt habe, schlug ich vor, das Treffen ebenso zu organisieren. Für manche von uns war das die allererste Telefonkonferenz, und für uns alle ein voller Erfolg.

Schon vorher hatten wir eine WhatsApp-Gruppe, um uns auszutauschen. Aktuell nutzen wir diese, um unsere Musik für die Auftritte auszuwählen. Unsere Trainerin hat Musikvorschläge verschickt und wir haben abgestimmt, welche Musik uns gefällt. Danach werden wir vermutlich mit Videoaufnahmen von Tanzschritten weitermachen. Da kommt uns unsere Erfahrung aus den vergangenen Jahren zugute. Für mich ist ein solches Training schon länger vertraut, weil ich durch mein Studium bedingt in Heidelberg wohne.

Welche besondere Bedeutung hat das Tanzen für dich?

Tanzen ist für mich unmittelbar mit dem Karneval verbunden. Ich bin in eine karnevalistische Familie hineingeboren. Meine Mutter, sowie ihre Eltern sind aktiv in der Narrenzunft, genauso wie meine beiden jüngeren Geschwister. Und tanzen gehört für uns absolut dazu.
Im vergangenen Herbst bin ich spontan als Ersatz für die Garde angefragt worden, eine große Ehre für mich, da ich über zwei Jahre aussetzen musste. Bei meinem ersten Gardetraining nach dieser Auszeit, war ich total überrascht, wie sehr mir das Gardetanzen gefehlt hat und wie viel Freude mir dieses erste Training bereitet hat. Im Nachhinein finde ich das nicht verwunderlich. Die Musik, die Tanzschritte, das Alles ist für mich Karneval pur. Eben meine Lieblingsjahreszeit. Die Lebensfreude liebe ich, und an Karneval bin ich absolut ich selbst.

Was wünscht du dir für die Zukunft?

Als Nachwuchswissenschaftlerin wünsche ich mir, dass der Bevölkerung auch mit der hoffentlich baldigen Entwicklung eines Impfstoffes gegen SARS-CoV-2 die Wichtigkeit von Herdenimmunität in den Köpfen bleibt, die Anzahl an Impfgegner sinkt. Ich wünsche mir auch, dass die Forschungsergebnisse transparent an die Bevölkerung weitergegeben werden, damit wir verstehen, was passiert.

Als Jugendverbandlerin wünsche ich mir, dass wir die vielen digitalen Tools, die wir zurzeit ausprobieren, auch nach der Krise weiter nutzen, und durch den dann wieder möglichen persönlichen Kontakt ergänzen.


Ich bin Miriam Bovelett aus der Kolpingsfamilie Düren und Diözesanleiterin der Kolpingjugend Diözesanverband Aachen. Ich studiere Molekulare Biotechnologie im Master an der Universität Heidelberg.


Der Welttag des Tanzes findet seit 1982 jährlich am 29. April statt, um den Tanz als universelle Sprache in der Welt zu würdigen.