Zum internationalen „Tag der Familie“

Familie ist, wenn ganz unterschiedliche Menschen unter einem Dach zusammenleben. Wenn wir uns streiten und wieder vertragen; wenn jeder sein Ding macht und wir am Ende zusammen beim Abendessen sitzen; wenn heute die eine über das Fernsehprogramm entscheidet und der andere morgen über das Mittagessen; wenn du dir den (aus meiner Sicht) totalen Quatsch wünscht und ich dir diesen Wunsch trotzdem erfülle. Familie ist, den anderen so anzunehmen wie er ist – mit seinen Stärken und Schwächen, Ansichten und Ängsten.

Familie kann auch ein Beispiel dafür sein, wie wir uns auch als ganze Gesellschaft verhalten können: Einfach mal hinhören, wenn jemand seine Nöte anspricht. Versuchen, sich in die Situation hineinzuversetzen. Ich muss nicht alles mitfühlen, aber ich kann doch akzeptieren, dass der andere gerade ganz andere Probleme hat als ich – und dass diese für ihn genauso belastend sind wie meine Probleme für mich.

Es hilft auch nichts, Vergleiche anzustellen, wem gerade mehr geholfen wird als anderen. Damit lassen wir uns doch nur gegenseitig gegeneinander ausspielen.

Als Familie schauen wir doch darauf, dass es allen gut geht (und nicht nur möglichst wenig schlecht). Jeder nimmt sich auch mal zurück, damit der andere auch zu seinem Recht kommt.

Heute ist internationaler #TagderFamilie. Lasst uns doch anfangen, gemeinsam als Gesellschaft darüber zu sprechen, wie wir in Zukunft leben wollen. Wie wir die großen Herausforderungen meistern können, für mehr Gerechtigkeit, wie in einer großen Familie.


Weil aber heute #TagderFamilie ist, sei es erlaubt, doch einmal den Blick auf die spezifischen Sorgen und Nöte von Familien ganz aktuell hinzuweisen. Andrea Zschorcher beschreibt das hier auf familie.de ganz eindrücklich: An anderer Stelle stellt sie die Protestaktion #CoronaElternRechnenAb vor, bei der Eltern eine – symbolische – Rechnung für ihre aktuellen Betreuungs-/Beschulungs-Leistungen an die Landesregierungen stellen, und dafür bei Twitter und Co. einen riesigen Shitstorm ernten. Ein kurzes ZDF-Video fasst das ganz gut zusammen. Ein gutes Beispiel dafür, warum wir mehr Verständnis füreinander brauchen.

Peter Witte


Und noch ein Video zum Thema aus einer Kampagne von 2007 für mehr Kinderfreundlichkeit.