3 Fragen an…

  1. Wie fing alles an?

Im Mai 2019 waren Leo Schroers und ich eingeladen zu einer Tagung der Schulleiter*innen der Hauptschulen in Mönchengladbach. Dort stellten wir unsere „Fair-Mobil“ Projekte vor.

Daraufhin meldete die Katholische Hauptschule Neuwerk die Schüler*innen des 6. Jahrgangs für das „Fair-kehr“-Projekt an. 65 Schüler*innen, in Gruppen aufgeteilt, suchten in einer Rallye den Umweltsünder Mister X. Nach diesem erfolgreichen Tag entstand sowohl bei der Kolpingsfamilie Mönchengladbach als auch bei der Schule der Wunsch nach einer Kooperation. Die „Fair-kehr“ Rallye sollte jeden Sommer für den 6. Jahrgang stattfinden. Corona ließ dies im letzten Jahr und lässt es auf diesen Sommer nicht zu. Ähnliches trifft auch für die Umwelt-AG zu, die Jasmin Könes, die Jugendreferentin und Mitglied unserer Kolpingsfamilie ist, an der Schule leitet. Die AG fand, wann immer dies möglich war, statt und wird von den Schüler*innen sehr gut angenommen.

Trotz der Einschränkungen entstand zwischen der Schule und der Kolpingsfamilie ein Plan zu einem gemeinsamen weiteren Projekt. Auf einem nahegelegenen städtischen Grundstück soll eine Streuobstwiese angelegt werden.

Ein solches Projekt mit der Zielsetzung, nachhaltig zu handeln, bietet außerdem für die Kolpingsfamilie Mönchengladbach vielfältige Möglichkeiten, in der Schule und im Stadtteil Neuwerk bekannt zu werden. Nachhaltiges Handeln entspricht dabei sowohl den Leitzielen der Katholischen Hauptschule Neuwerk als auch den Leitgedanken Adolph Kolpings.

2. Was ist uns wichtig?

Ein solches Projekt gelingt am ehesten, wenn schon in der Planungsphase ein Netzwerk geknüpft wird. So wurde unser Projektantrag gerade in der zuständigen Bezirksvertretung parteiübergreifend befürwortet. Neben der Zusammenarbeit mit den zuständigen städtischen Stellen ist uns wichtig, die Menschen in der umliegenden Nachbarschaft mit einzubeziehen. Geplant ist, sobald es die Situation erlaubt, auf die Wiese einzuladen, um das Projekt zu erläutern, um Raum zu geben für Ideen und um einzuladen, als Baumpate mitzutun.

Sicher ist für die Schüler*innen wichtig, direkt vor Ort, sozusagen live zu erfahren, dass die Streuobstwiese ein ökologisch wertvoller Lebensraum für Menschen und Tiere ist. Gut ist, wenn wir Erwachsene Kindern und Jugendlichen Raum und Möglichkeit schaffen, sie in ihrem Tun begleiten und unterstützen. Das heißt auch, dass wir voneinander lernen können.

3. Was ist unser Wunsch für die Zukunft?

Wir wünschen uns, dass die Streuobstwiese dazu beiträgt, die Schulgemeinde, die Neuwerker und die Kolpingsfamilie Mönchengladbach zu verbinden in dem Bemühen, nach vielen weiteren Möglichkeiten für nachhaltiges Handeln zu suchen.

Wie heißt es in einem afrikanischen Sprichwort: Es braucht ein Dorf, um ein Kind zu erziehen.“ Neuwerk ist nicht Afrika, aber Neuwerk ist ein Ort, wo auch ein solch neues Werk wie eine Streuobstwiese gedeihen kann.

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Zur Person

Brigitte Vieten, 69 Jahre, pensionierte Didaktische Leiterin einer Mönchengladbacher Gesamtschule. Ich vertrete die Kolpingsfamilie Mönchengladbach e.V. in ihren Außenbelangen und dabei besonders mit Blick auf die geplante Kooperation zwischen der Kolpingsfamilie und der Katholischen Hauptschule Neuwerk.

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Tag der Streuobstwiese

In diesem Jahr findet zum ersten Mal am 30. April der Tag der Streuobstwiese statt. Geplant ist eine jährliche Wiederholung an jedem letzten Freitag im April. Die Idee zu dieser Nennung hatten verschiedene Naturschutzinitiativen, um die Bedeutung der Wiesen für Menschen, Pflanzen und Tiere einmal jährlich in den Mittelpunkt von nachhaltigem Leben zu stellen. Laut NABU-Deutschland leben in Streuobstwiesen weit über 5.000 Tier-, Pflanzen- und Pilzarten, gibt es rund 6.000 Obstsorten, darunter viele alte, die im Supermarkt nur schwer zu finden sind.