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Ulrike Germes im Gespräch

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Guten Tag Ulrike!

Wir im Kolpingwerk Diözesanverband Aachen haben und hatten immer schon einen Sinn für Gerechtigkeit, für eine faire Arbeitswelt. Seit vielen Jahren werden von uns Ehrenamtliche Richter*innen für eine Amtszeit von jeweils fünf Jahren am Arbeits- und Sozialgericht für die Arbeitnehmerseite berufen. Neben der Vertretung für die Arbeitnehmerseite gibt es auch eine für die Arbeitgeberseite sowie einen Berufsrichter, eine Berufsrichterin als Vorsitzende oder Vorsitzender.

Etwa drei- bis viermal im Jahr werde ich zu diesen Verhandlungstagen geladen. Wir beginnen unsere Beratungen bereits einige Zeit vor dem ersten Termin, um den jeweils anstehenden Fall vorab mit dem Vorsitzenden zu besprechen. Dazu erhalten wir einen Einblick in die jeweilige Prozessakte. Diesem sogenannten Kammertermin geht regelmäßig ein Gütetermin voraus, bei dem der Berufsrichter in rein mündlicher Verhandlung versucht, zwischen den Parteien zu vermitteln und einen Kompromiss – Vergleich genannt – zu erzielen. Erst wenn dies nicht zum Erfolg führt, wird ein Kammertermin anberaumt. Mit wenigen Ausnahmen sind alle Verhandlungen für jedermann öffentlich; Interessierte können auf den Zuschauersitzen den Verlauf verfolgen.

Sobald wir die Schriftsätze der Parteien gesichtet und mit allen Beteiligten besprochen haben, wird die Kammer auch jetzt noch stets versuchen, einen Vergleich herbeizuführen – das fordert der Gesetzgeber und es dient auch dem Rechtsfrieden.

Neben meiner Tätigkeit als Ehrenamtliche Richterin am Arbeitsgericht habe ich auch noch das Amt der Schriftführerin in meiner Kolpingsfamilie inne. Meine Hauptaufgaben sind die Protokollierung der Sitzungen und die Pflege der Mitgliederverwaltung.

Unser Vorstand ist im Verhältnis zu anderen Vorständen in Kolpingsfamilien recht jung und besteht derzeit aus 13 gewählten Mitgliedern, die sich alle bei anstehenden Veranstaltungen engagiert einbringen und wunderbar im Team zusammenarbeiten.

Bei unserer diesjährigen Generalversammlung im März konnten wir sogar nach langer Zeit wieder einen Vertreter für die Kolpingjugend gewinnen.

Für die Zukunft wünsche ich mir, dass wir unsere Mitglieder bzw. Mitmenschen für unsere Angebote und Veranstaltungen weiterhin begeistern können. Ob bei Spielenachmittagen, Kaffee trinken, Tagesausflüge, Theaterbesuche o. ä. Es wäre schön, wenn wir mit dem gemeinsamen Miteinander auch Menschen erreichen, die in Einsamkeit leben.  

Danke für dieses Interview.