Impuls zur Woche

Thomas, der Zweifler. Oder Thomas zeigt, wie Pastoral, Verkündigung geht.

Wer an diesem Sonntag (24.04.22) einen (katholischen) Gottesdienst besucht, könnte hören, wie der Apostel Thomas „zweifelt“ und einen Beweis braucht, dass Jesus auferstanden ist. Dabei haben auch die anderen Apostel auch mehrere „Anläufe“ gebraucht, bis sie der Auferstehung Jesu glauben konnten.

Thomas will die Wunden Jesu eigenhändig berühren, bevor er (das) glauben kann. Er bekommt diese exklusive Gelegenheit. Und er glaubt – endlich!

Dabei ist Thomas in meinen Augen vielmehr „nur“ ehrlich und macht unser menschliches Verstehen und Glauben offen! DANKE! Ich glaube, wir müssen etwas auch begreifen, damit wir es auch wirklich glauben können und nicht nur „für wahr halten“. Oder?!!

Mich, der wie Thomas glauben will, „erwischt“ es jedesmal, wenn ich auf Menschen treffe, die sich mir persönlich so zeigen, dass ich ihnen das glauben kann, was sie mir als Gläubige erzählen und vermitteln. Da begeistert mich ein Talkshowgast, eine Radiobeitrag, eine Predigt, weil der Mensch, dem ich gerade – wie auch immer – begegene, so authentisch „rüberkommt“, dass ich ihm oder ihr glauben kann. Da spricht jemand von sich persönlich (nicht privat oder selbstverliebt), wenn er über  Gott spricht;  fast so, als könnte ich ihre/seine Wunden sehen. Er öffnet sich so sehr und zeigt sich als „betroffen“.

Es ist schwer zu beschreiben und ich hoffe, du hast dieses kostbare „Etwas“ schon verstanden, das für mich auch die Pastoral, die Verkündigung -und ich spreche nicht allein von Liturgie! – funktionieren lässt. Mir wird das oft auch bewusst, wenn ich einfach nur Wahrheiten oder abstrakte Theologie zu hören bekomme und der nächste Schritt in dieses „Etwas“ ausbleibt.

Glücklicherweise kenne ich  einige, an deren Lippen ich förmlich hänge, mit denen ich gerne zusammen z.B. im Gottesdienst oder im Kolpingwerk engagiert bin. Es ist genau das, was mich an so manchen Gottesdienst, an so manches Buch (Autor*in), manchen Menschen oder Gruppe in allerbester Weise bindet.

Und wenn jede Wahrheit, einen Mutigen braucht, der sie ausspricht (nach Albert Einstein), braucht unser Glaube, unser Leben im Verband eben auch „DICH“, die oder der das glaubhaft zum Ausdruck bringen kann. Jetzt echt!!

Danke, Thomas, du genialer „Pastoraltheologe der frühen Stunde“. Es ist eigentlich ganz einfach, wenn auch nicht immer leicht: Sich persönlich anzubieten, ohne gleich privat werden zu müssen.

Geht aber seit Menschengedenken!

Wie immer sehr herzlich!