Kall, ein Jahr nach der Flut

Nun ja, alles steht noch nicht wieder „am alten Platz“. Aber Hans Peter Dederichs ist zuversichtlich, dass auch weiterhin so viel wie möglich repariert und wieder hergestellt wird, wie es geht. Die Materialien und die Handwerker am Ort sind das Problem. Es ist einfach zu viel zu tun. Es braucht halt alles seine Zeit.

Neben der Ahr hat es auch die Orte an der beschaulichen Urft und dem Kallbach zur Flutkatastrophe am 14. Juli 2021 sehr stark getroffen. Häuser und Bahndämme gingen genauso zu Bruch, wie viele Teile der Infrastruktur, also Geschäfte, Arztpraxen; ja sogar die örtliche Apotheke war einfach weg, versunken in den schlammigen Wassermassen.

Aber die Kolpingsfamilie Kall mit ihrem Sprecher des Leistungsteams Hans Peter Dederichs packten an, bekamen viel Unterstützung. Allein die Geldspenden ließen die ersten Wochen überstehen und hoffen. Es folgten Sachspenden, wie Raumentfeuchter und Baumaterialien. Insgesamt konnte mit der inzwischen durch den Diözesanverband abgeschlossenen Spendenaktion 58 von der Flut betroffene Familien am Ort mit einer Soforthilfe geholfen werden, nicht nur Kolpingsfamilien.

Die Kolpingsfamilie in Kall aber ist kein „Kaffeekränzchen“. Nein, die alten Aktivitäten sind auch die neuen. Geplant ist gerade wieder das Binden der Kräutersträuße, die im August verkauft werden sollen. Der Erlös, in den vergangenen Jahren vor Corona immerhin meist um die 1.000 Euro, geht auch heute an die Partnergemeinde in Indien. Auch die üblichen Schuhspendenaktionen sollen weitergeführt werden. Natürlich müssen auch persönliche Kontakte gepflegt werden, ist eine Reise zu den Spendern der Kolpingsfamilie in Paderborn geplant. Dort soll ein persönlicher Dank an die Unterstützer mit einer partnerschaftlichen Freundschaft geschlossen werden.

„Der Zusammenhalt im Ort ist heute ein anderer“, sagt Dederichs. „Wir achten aufeinander, sind im Gespräch, helfen uns.“ So ist das Gemeindehaus immer noch belegt von der örtlichen, überschwemmten Apotheke und einzelnen Ärzten ohne Praxis.