Pfingsten ist unsere Kirche entstanden. Den Spruch könnte ich auswendig aufsagen und wahrscheinlich hört man ihn auch jetzt am Pfingstwochenende öfter hier und da in den Kirchen. Klar, wenn ich an Kirchen denke -und du genauso-, dann sind das einmal die Gebäude Stein auf Stein. Oder es ist die Großorganisation unserer katholischen Kirche, jetzt nochmal so in Erscheinung getreten am Katholikentag. Und die Kirche, um mal diesen pauschalen Begriff zu benutzen, scheint ja auch sehr krisenfest zu sein. All die Jahrhunderte und Jahrtausende hat sie überstanden und irgendwie ist sie doch bei uns in den Herzen beheimatet.
Und wenn ich von Kirche spreche und ich in dieser Kirche arbeite, dann hat das ja auch mehrfache Bedeutung. Und für welche entscheide ich mich jetzt? Geht es eher so um die Innendeutung: Ich deute das, was ich erlebe in meinem Leben, religiös. Oder auch in der Außenwahrnehmung: Wir wollen gesellschaftlich als Kirche Einfluss nehmen, im besten Sinne.
Für welche Kirche entscheide ich mich? Von ihr muss anfangs ein Zauber ausgegangen sein, so nach dem Spruch von Hermann Hesse „Jedem Anfang wohnt ein Zauber inne.“ Und nicht anders kann es mit den Jüngern gewesen sein, die dann nach Pfingsten ganz begeistert waren.
Und überall, wo sie waren, sowie auch der Paulus, haben sie Gemeinschaften hinterlassen, die Bestand hatten. Und wahrscheinlich waren diese ersten christlichen Gemeinden – nee, ganz sicher- waren sie alle total unterschiedlich. Die Kirche, für die ich mich entscheide, soll nicht Selbstzweck sein.
Sie soll sich nicht um sich selbst kümmern und den Erhalt ihrer Gebäude, sondern sie soll sich darum kümmern, was sie ausmacht. Und ich glaube, Kirche ist dafür da, dass wir menschlich leben, menschlich arbeiten und menschlich glauben können. Das passt auch hervorragend zu unserem Kolpingwerk.
Dafür entscheide ich mich. Gerne.

Michael Kock, Geistlicher Leiter im Kolpingwerk Aachen.
(für die Erwachsenen im Gesamtverband und genauso für die Kolpingjugend)
